Auf die Humusbilanz achten!

Nicht nur die Ökonomie, auch die Humusbilanz muss bei Bioenergiefruchtfolgen stimmen, das gilt besonders Zweifruchtsysteme. Am Besten geht das mit Stroh und Gräsern.

 

Aus den Humussalden in Abb. 1 wird klar, dass Silomais im Vergleich zu ökologisch vielfältigeren Zweifrucht-Systemen keinesfalls als der größere „Humusräuber“ anzusprechen ist. Der Humusabbau durch UV-Strahlung und Sauerstoff ist bei dieser spätschließenden Reihenkultur zwar beträchtlich, allerdings ist über die hohen und sicheren Erträge auch eine entsprechende Kohlenstoffzuführung gewährleistet. Bei riskanten Zweifruchtverfahren ist dies nicht unbedingt der Fall: Der ertragsunabhängige Humusverzehr ist bei diesen aufgrund der zweimaligen Bodenbearbeitung und Bestandesetablierung höher, der Ertrag und damit die Kohlenstofffixierung der Zweitfrucht andererseits weniger sicher.

Mit Gräsern langfristig zu ausgeglichenen Bilanzen
Fruchtfolgeelemente mit Gräsern bieten die einzige Möglichkeit, im Wechsel mit Silomais selbst bei 100 %igem Biomasseanbau noch eine ausgeglichene Humusbilanz sicherzustellen! Ein Hauptnutzungsjahr Gras liefert bei vollständiger Rückführung etwa genauso viel Dauerhumus wie in zwei Jahren Silomais abgebaut wird.

Zu einer intensiven „Biomassefruchtfolge“ gehören also Humusmehrer wie Gräser oder aber Ernterückstände von Marktfrüchten: Ein Hektar Getreide (80 dt/ha) bringt in der Bilanz über 500 kg Dauerhumus in den Boden, ein Hektar Raps (40 dt/ha) gut 400 kg. Humuszehrende Zweifruchtsysteme dürfen danach rein rechnerisch 40 % einer Fruchtfolge mit Getreide und Raps einnehmen, Mais bis zu 50 %!

Sven Böse


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