Betriebsreportage: Wirtschaftliche Biogasproduktion mit Grassilage

Aufgrund der knappen Flächen müssen die Fruchtfolgen nachhaltig zu einer maximalen Biomasseproduktion beitragen. Land wirtschaftsmeister Jan Albrecht mit seinem 135 ha Ackerbaubetrieb in der Nordseemarsch bei Dagebüll zeigt, wie das funktionieren kann.

 

Schwerpunkt des Betriebes ist neben einer Ferkelaufzuchtanlage und 1500 Mastplätzen die 250 kW-Biogas - anlage. Als Substrat wird die betriebseigene Gülle sowie die gesamte Biomasseproduktion genutzt, die Abwärme geht in die Ferkelanlage.

Neben Mais und GPS aus Winterweizen, dient die Anwelksilage von Welschem Weidelgras als Kosubstrat, so dass eine Fruchtfolge aus Silomais - Winterweizen - Welsches Weidelgras besteht.


Landwirtschaftsmeister Jan Albrecht


Welsches Weidelgras als wichtiges Kosubstrat
Welsches Weidelgras in der Biogas- Fruchtfolge erweist sich als sehr produktiv. Die Ansaat erfolgt im Spätsommer und so kann im Herbst noch der 1. Schnitt des Ansaatjahres beerntet werden, im Hauptnutzungsjahr werden noch einmal bis zu fünf Schnitte geerntet.

Das Schnittregime soll in Zukunft allerdings u.a. durch gezielte Sortenwahl reduziert und so Arbeitsaufwand und -kosten gespart werden.

Bei der Sortenwahl bringen erstschnitt - betonte und frühjahrswüchsige Welsche Weidelgrassorten hohe Erträge kombiniert mit besten Qualitäten geradein den ersten Schnitten. So wie die offiziell empfohlene tetraploide Welsche Weidelgrassorte GISEL. GISEL wird in den TETRASiL® ACKER Multi Top Gräsermischungen angeboten.

Vorteile von Gräsern in Biogasfruchtfolgen
Welsches Weidelgras verbessert die Bodenstruktur, die Humusakkumulation und schützt Nährstoffe vor Auswaschung.

Auch der Unkrautdruck wird durch die wüchsigen Gräser in der Fruchtfolge gemindert, dies ist bei dem pfluglos arbeitenden Betrieb Albrecht ein wichtiges Kriterium. Ebenfalls ein Pluspunkt: Eine mit Gräsern aufgelockerten Fruchtfolge schwächt Arbeitsspitzen ab, was Kosten spart. Die Grasnarbe dient zudem als Ausbringungsfläche für die Biogasgülle.

Nur nachhaltige Produktion bringt dauerhaft Erfolg
Im Bezug auf die Nachhaltigkeit ist die Grasnarbe also von großem Interesse. Die Biogasanlage Albrecht läuft mit den Mischsubstraten äußerst konstant mit sehr guten Ausbeuten. Das Beispiel Albrecht zeigt: Generelle Empfehlungen sind immer regional und betriebsbedingt zu durchleuchten und müssen dann auf den eigenen Betrieb zurechtgeschnitten werden. Jan Albrecht plant aufgrund der guten Erfahrungen in naher Zukunft den Ausbau seiner Biogasanlage.

Quelle: gekürzt, LOP – Landwirtschaft ohne Pflug, Nr. 05 September 07


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