Was bestimmt den Stickstoffbedarf bei Weizen?

Mit zunehmend begrenztem N-Angebot wird die Kornprotein-Leistung zu einer wichtigen Effizienzgröße. Wie stark wird die N-Verwertungseffizienz bei Winterweizen von den Anbaubedingungen, der Sorte und deren Qualitätseinstufung bestimmt?

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Kornerträge und Proteingehalte in den PT-Versuchen

Kornerträge und Proteingehalte in den PT-Versuchen  

Korn-N-Erträge, Qualitätsgruppen

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Korn-N-Erträge

Korn-N-Erträge  

Kornertrag, Rohproteinertrag

Kornertrag, Rohproteinertrag  

Die Einflussfaktoren auf den Korn-N-Ertrag wurden basierend auf der Datengrundlage der Produktionstechnischen Versuche der SAATEN-UNION untersucht. In diesen Exaktversuchen werden seit 2007 mit immer gleichem Versuchsdesign in ganz Deutschland jüngere Sorten und Stämme sowie immer auch die offiziellen Verrechnungs-und marktführenden Sorten untersucht.

Korn-N-Erträge: Die Kornerträge aller auswertbaren Versuche der vergangenen neun Jahre (36 Sorten) je nach Umwelt zwischen 60 und 130 dt/ha, die Rohproteingehalte zwischen 9 und 15 % i. TM. In diese große Streuung fließen nicht nur Jahres- und Standorteffekte ein, sondern auch die geprüften Aussaatverfahren bei praxisüblicher Düngungs- und Pflanzenschutzintensität. Der Rohproteinertrag als Produkt beider Größen bewegt sich in dem weiten Bereich von 6 bis 14,5 dt/ha (105 und 250 kg N-Entzug) je Hektar. Das heißt: Jedes Jahr ist anders. Der Korn-N-Ertrag als eine maßgeblich künftige Erfolgsgröße wird in erster Linie durch die Umwelt bestimmt. Deren Einfluss auf den Kornertrag und den Proteingehalt ist so komplex, dass über die Jahre und Standorte keine Korrelation zwischen beiden Merkmalen besteht.

Qualitätsgruppen: Nach dem Entwurf der neuen Düngeverordnung wird C- sowie A- und B-Weizen ein 20–30 kg/ha geringerer N-Bedarf zugebilligt als den E-Sorten. Dies stellt eine Benachteiligung dar, was hier anhand langjähriger Daten belegt werden konnte. Im Mittel von 138 Versuchen über neun Jahre ist ein Einfluss der Qualitätsgruppe auf den Stickstoffentzug definitiv nicht festzustellen. Deshalb sind die Möglichkeiten der N-Düngung bei den A-, B- und C-Sorten denen der E-Sorten gleichzusetzen. An dieser Stelle ist der Entwurf der novellierten DüVO zu korrigieren, die Qualitätsgruppen müssen fair behandelt werden: der Praxisnähe und damit der Akzeptanz dieser Verordnung zuliebe, vor allem jedoch im Hinblick auf zukünftige Ertragssteigerungen in den wichtigsten Qualitätssegmenten der Weizenproduktion, A und B.

Die Sortenunterschiede hinsichtlich N-Entzug sind kleiner als die Ertragsunterschiede: Mit der Sortenwahl fällt die Entscheidung, ob die Sonnenenergie eher zu Stärke assimiliert wird – oder aber verstärkt für die energieaufwendigere Proteinsynthese genutzt wird. Aufgrund der negativen Beziehung beider Merkmale, ist der Sorteneffekt auf den N-Entzug geringer als der auf den Kornertrag.

 


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