Hohe Erträge entlasten die N-Bilanz

Die Novellierung der Düngeverordnung bringt der Praxis zunächst zusätzlich einen sehr hohen bürokratischen Aufwand, denn die Planung der Stickstoff- und Phosphatdüngung wird für jeden Schlag verbindlich vorgeschrieben. Viele Betriebe müssen zur Verbesserung der N-Bilanz ihre Sortenwahl und ihre Fruchtfolgegestaltung überdenken.

 

Maßnahmen zur Verbesserung der N-Bilanz; Zum Vergrößern bitte anklicken

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Alte vs. neue Sollwerte bei Weizen; zum Vergrößern bitte anklicken

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Einfluss von Qualität und Ertrag auf N-Düngung und N-Bilanz; zum Vregrößern bitte anklicken

Einfluss von Qualität und Ertrag auf N-Düngung und…  

Anbauversuch Poppenburg

Anbauversuch Poppenburg  

Mit der Fortschreibung der Düngeverordnung wird ein Zwang zur Düngeplanung für Stickstoff und Phosphor eingeführt. Neu ist, dass die Sollwerte an das Ertragsniveau des Standortes angepasst werden müssen. So kann bei nachweislich höheren Erträgen je 10 dt/ha ein Zuschlag von 10 kg/ha erfolgen, bei geringeren Erträgen muss die Düngung jedoch je 10 dt/ha um 15 kg/ha gekürzt werden. Im Weiteren muss die Düngung gekürzt werden, wenn im Vorjahr organische Dünger eingesetzt wurden (10 % von Gesamt N). Auf Standorten mit sehr hohen Humusgehalten über 4,0 % muss darüber hinaus ein Abschlag von 20 kg/ha erfolgen. Auch nach Blattfrüchten wie Raps und Zuckerrüben muss die Stickstoffdüngung um 10 kg/ha reduziert werden.


Der Sollwert auf Standorten mit hoher Ertragserwartung entspricht in etwa den alten Vorgaben, auf Standorten mit geringerer Ertragserwartung wird jedoch durch die Sollwertkorrektur die Düngung selbst bei geringeren Nmin Gehalten auf 175 – 195 kg N/ha begrenzt. Ist hier zukünftig noch eine Produktion von Qualitätsweizen möglich?

Beim Anbau von E-Weizen sieht die Düngeverordnung einen Zuschlag von 30 kg N/ha vor – beim Anbau von Futterweizen einen weiteren Abschlag von 20 kg/ha. Auf den ersten Blick scheint damit der Anbau von Eliteweizensorten an Attraktivität zu gewinnen. Bei genauerer Betrachtung haben ertragreiche Sorten B und C Sorten jedoch klar die Nase vorn. Zudem ist das Produktionsrisiko bei E Weizen deutlich höher. Besonders auf Standorten mit geringerer Ertragserwartung wird es daher mit der neuen Düngeverordnung in Zukunft günstiger sein B oder C Weizen anzubauen.


Unterscheiden sich die Weizensorten in ihrer N-Aufnahmefähigkeit? Versuche (Achtung: nur einjährige Ergebnisse) mit dieser Fragestellung konnten belegen, dass sich die Sorten in ihrer Reaktion auf die gestaffelte N Düngung kaum unterschieden. Weitere Versuche müssen jedoch folgen, um das Ergebnis zu festigen, denn in Jahren mit stärkerer Trockenheit können sich eher Unterschiede zeigen. Klar ist zudem, dass die Sorten vor allem in Hinblick auf Vorfrucht und Saatzeit sehr stark im Ertrag variieren. Diese Effekte sollten bei der Sortenwahl genutzt werden.


Der Focus der Verbesserung der N-Effizienz wird in den nächsten Jahren auf der Optimierung der Fruchtfolgen liegen. Im Ranging führen derzeit Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps und Mais. Diese Blattfrüchte eignen sich daher besonders die vielfach getreidereichen Fruchtfolgen aufzulockern. Optimal in vielerlei Hinsicht ist der Wechsel von Blattfrucht und Halmfrucht.

In einem Dauerversuch auf der Station Poppenburg wird seit 1998 ein Anbausystemvergleich mit 3 Systemen durchgeführt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass in allen Systemen im Mittel der Früchte eine recht ausgeglichene Bilanz erzielt werden kann. Grundlage ist dabei der durchweg hohe Ertrag und eine an der Sollwertempfehlung ausgerichtete moderate Düngung.

Eine schlechte Bilanz in diesen Versuchen hat neben Stoppelweizen auch der Winterraps. Die hohen Bilanzüberschüsse werden den Anbau von Winterraps nach Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung stärker belasten. Problematisch ist die starke Mineralisation nach der Ernte. Möglichkeiten gegenzusteuern sind:

  • Die Reduktion der Düngung sowie die Steigerung der Erträge.
  • Die Einsparung der Herbstdüngung durch das Pflügen und durch eine optimale Aussaat Begrenzung der Frühjahrsdüngung bei günstiger Entwicklung.
  • Wahl gesunder Sorten: Nur gesunde Sorten bringen Höchsterträge.

 


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