Züchtung: 2 aus 41

Von 41 Winterweizenstämmen, die die Gesellschafter der SAATEN-UNION 2014 zur deutschen Wertprüfung angemeldet hatten, sind im März am Ende zwei Sorten neu zugelassen worden: eine durchaus typische Ausbeute. Was zeichnet die neuen Sorten aus, wo liegen die Chancen für die Praxis? praxisnah fragte die beiden Weizenzüchter Dr. Martin Kirchhoff (Nordsaat) und Dr. Stefan Kontowski (W. von Borries-Eckendorf).

Dr. Kontowski

Dr. Kontowski  

 

Winterhärte ist ein wichtiges Selektionskriterium.

Winterhärte ist ein wichtiges Selektionskriterium.  

Die anbausicheren Qualitätsweizen

Die anbausicheren Qualitätsweizen  

In dem Interview werden folgende Punkte herausgearbeitet:

  • Der Witterungsverlauf der Werprüfungsjahre 2014-2016 begünstigte vor allem die blattgesunden Stämme. ACHIM und CHIRON waren durch ihre lückenlose Resistenzausstattung gegen Mehltau, Gelbrost, Braunrost und Blattseptoria sehr gut geschützt. Das bestätigte sich mit sehr hohen Vergleichserträgen insbesondere in der unbehandelten Anbaustufe - der „Risikoversicherung“ in der Praxis.
  • Eine genetisch bedingte Blattgesundheit ermöglicht einen reduzierten Fungizideinsatz und damit eine Verringerung des Risikos zur Resistenzbildung.
  • Bereits vor der Wertprüfung wird seitens der Züchter intensiv auf Winterhärte selektiert.
  • Die Feldresistenz gegen Ährenfusarium war bei diesen Sorten ein wichtiges Zuchtziel.
  • Die Züchter selektieren sehr intensiv auf eine möglichst positive Kombination aus Kornertrag und Rohproteingehalt. Sorten, die diese Merkmale besser kombinieren, haben „automatisch“ einen höheren Kornstickstoffertrag und damit eine höhere Nährstoffeffizienz. ACHIM gehört zu den N-effizientesten Sorten des Sortiments.
  • Bei N-Effizeinz geht es neben den Umweltaspekten natürlich auch um die Vermarktungsfähigkeit – den Rohproteingehalt. Hier hat CHIRON die mitgeprüfte Sorte RGT Reform überholt.

Das Interview führt Sven Böse.

 


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