Weniger ist oft mehr

Wie weit kann man die Saatstärke bei Hybridweizen reduzieren und wie sieht die dazu ökonomisch optimierte Bestandesführung aus? Felicien Bullot, internationaler Produktmanager Hybridweizen, kann zur Beantwortung dieser Fragen auf eine Vielzahl internationaler Versuche zurückgreifen.

Die Wüchsigkeit von Hybridweizen zeigt sich schon früh. Quelle: Bullot

Die Wüchsigkeit von Hybridweizen zeigt sich schon …  

Kompensationsfaktoren der Hybridweizen; zum Vergrößern bitte anklicken

Kompensationsfaktoren der Hybridweizen; zum …  

Nettoerträge versch. Ertragstypen; zum Vergrößern bitte anklicken

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Um möglichst präzise Empfehlungen abgeben zu können, führen die technischen Teams der SAATEN-UNION mehrjährige produktionstechnische Versuche zur Ermittlung der optimalen Saatstärke durch. Diese Tests werden in vielen europäischen Ländern mit Schwerpunkt Frankreich und Ungarn durchgeführt und zielen darauf ab, mindestens vier verschiedene Saatstärken (75 Körnern/m² bis 175 Körner/m²) für jede Sorte zu testen, um die wirtschaftlichste Pflanzendichte herauszufinden.

Trotz reduzierter Saastärke bringen Hybridweizen höhere Erträge als Liniensorten, weil

  1. ... sie besser bestocken,
  2. ... sie eine höhere Fertilität haben (mehr Körner/Ähre)
  3. ... sie auch über ein höheres TKG geringere Saatstärken ompensieren können.

Diese Leistung bringen sie jedoch nur über eine angepasste Bestandesführung, die sich in einigen Punkten von der üblichen Bestandesführung bei Liniensorten unterscheidet.

  1. Die Vorfrucht darf nicht zu viele Ernterückstände hinterlassen und muss eine frühe Aussaat erlauben.
  2. Die Aussaat muss sehr homogen sein, denn jede Einzelpflanze zählt! Max. 2-3 cm Ablagetiefe.
  3. Konsequente Schädlings-, Ungras/Unkrautbekämpfung. Eine optimale Bestandesentwicklung ist sehr wichtig.

Dabei ist zu beachten, dass Aussaatstärken sortenindividuell sind: Eine für alle Sorten passende Empfehlung gibt es schon deshalb nicht, weil es unterschiedliche Ertragstypen gibt. Jedoch lässt sich allgemein sagen, dass unter optimalen Bedingungen das ökonomische Optimum nicht über 150 Körner/m² liegen wird.

Die Reduzierung der Saatstärke für den Hybridweizen ist aus ökonomischer Sicht notwendig und absolut möglich. Damit trotzdem hohe Erträge realisiert werden, muss die Produktionstechnik die agronomischen Eigenschaften der Sorten berücksichtigen bis hin zu angepassten Düngungsmaßnahmen.

 


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