Leguminosen sind egoistisch

Spätestens seit der Einführung des Greenings erfreuen sich Gemenge aus Leguminosen und Nichtleguminosen einer zunehmenden Beliebtheit, vor allem im Zwischenfruchtanbau. Ihr Nutzen für den Nährstoffhaushalt innerhalb der Fruchtfolge ist unumstritten, aber können die Nicht-Leguminosen direkt von der Stickstoffbindung ihres Mischungspartners profitieren?

Bildquelle: Steinert

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Knöllchenbildung an Ackerbohnenwurzel

Knöllchenbildung an Ackerbohnenwurzel  

Bildquelle: Steinert

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Dr. Steinert, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Landwirtschaft ohne Pflug“meint – nein.

Die Stickstoffbindung aus der Luft ist auch in der Natur ein sehr energieaufwändiger Prozess. Eine Pflanze, die so viel Energie investiert, gibt davon nichts ohne Gegenleistung ab. Tatsächlich wird der Stickstoff erst frei (und damit nutzbar), wenn die Leguminose abstirbt.

Umgekehrt kann aber sehr wohl der nichtlegume Mischungspartner die N-Bindung durch die Knöllchenbakterien anregen. Diese Knöllchenbakterien sind umso aktiver, desto weniger Stickstoff im Boden zur Verfügung steht – eine reichlich über den Boden versorgte Leguminose fährt also die energieaufwändige N-Fixierung zurück. Entzieht der Mischungspartner dem Boden dagegen viel Stickstoff, sind Bohnen, Erbsen und Co. Auf die N-Fixierung aus der Luft angewiesen und kurbeln sie entsprechend an.

Von dem Leguminosenstickstoff profitiert also die Folgefrucht, nicht aber der Mischungspartner.

 


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