Betriebsmanagement Milchvieh: Hohe Leistung ja – Höchstleistung nein

Auf den ersten Blick erscheint die Wesermilch GbR für diese Region ein sehr typischer Milchviehbetrieb zu sein. Auf den zweiten Blick jedoch zeigen sich Besonderheiten, schwerpunktmäßig in der Fütterung.

 

Riefen sind wichtig.

Riefen sind wichtig.  

Gut gequetschte Erbsen

Gut gequetschte Erbsen  

Futterrüben sind wesentlicher Bestandteil der Futterration.

Futterrüben sind wesentlicher Bestandteil der …  

Rübenreinigung

Rübenreinigung  

 

Auf dem Familienbetrieb werden die Futterkomponenten Mais, Getreide, Futterrüben, Grünfutter produziert, nur Rapsschrot und Kraftfutter werden zugekauft. Soja findet man hier nicht, denn das Futter ist soja- und gentechnikfrei, auch weil die Betriebsleiter weg wollten von Importsoja, weil die Märkte zunehmend gentechnikfreie Fütterung nachfragen. Der von der Molkerei gezahlte Mehrpreis von 0,9 ct/Liter deckt lediglich die Kosten des administrativen Mehraufwandes, der hinter der sojafreien Fütterung steckt.

Auf dem Betrieb wurden jedoch sehr gute Erfahrungen mit dieser Art der Fütterung gemacht, die einige Vorteile mit sich bringt:

  • Erbsenstroh liefert wertvolle Rohfaser und wird sehr gerne gefressen-
  • Das Bundesland Nordrhein-Westfalen unterhält ein Länderprogramm für vielfältige Fruchtfolgen, an dem der Betrieb teilnimmt. Reinsaaten mit Leguminosen werden mit 120 Euro/ha und Gemenge mit 90 Euro/ha bezuschusst.
  • Futterrüben sorgen für mehr Gesundheit: Es kann im dritten Jahr der Fütterung mit Futterrüben beobachtet werden, dass die Klauengesundheit der Tiere während der Zeit, in der Rüben gefüttert werden, deutlich besser ist. Besonders die Klauenkrankheit Dermatitis digitalis geht in dieser Zeit auf Null zurück.
  • Futterrüben steigern die Futteraufnahme.

10.000 Liter Herdenleistung entsprechen zwar "nur“ dem Durchschnitt der Region. Aber auf diesem Betrieb wird die Ökonomie einer Mehrleistung kritisch hinterfragt. Man hat die Erfahrung gemacht, dass die Kosten (z.B. Tierarzt) steigen, wenn die Herde Maximalleistung erbringen muss und sich auch die Remontierungsrate verschlechtert. Besonders bei niedrigen Milchpreisen geht die Rechnung dann nicht auf.

 


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