Welche Sorten für Spätsaaten Wintergetreide?

Aufgrund später Ernte und schlechten Bestellbedingungen verschieben sich die Aussaattermine vielerorts nach hinten. Welche Sorten können jetzt noch gedrillt werden und wie ist die Saatstärke anzupassen?

 

Saatzeiten und -stärken von Weizensorten; zur besseren Lesbarkeit bitte anklicken

Saatzeiten und -stärken von Weizensorten; zur …  

Aussaatempfehlung Turbohybriden. Zur besseren Lesbarkeit bitte anklicken

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Dazu eine grundsätzliche Anmerkung: Die Saatzeittoleranz einer Fruchtart und die dazugehörige Saatstärke sind in erster Linie standort- und betriebsspezifisch anzusprechen:

  • FRÜHERE SAATTERMINE sind vorteilhaft in rauen Lagen und auf Trockenlagen, im Hinblick auf das Resistenzmanagement und den Klimawandel verlieren sie an Vorzüglichkeit.
  • SPÄTERE SAATTERMINE empfehlen sich in milden Lagen, bei hohem Krankheits- Vergrasungs- und Schädlingsdruck und bei geringer Behandlungsintensität.
  • HÖHERE SAATSTÄRKEN sind vorteilhafter in raueren Lagen, bei späterer Saat sowie ungünstigem Saatbett; zudem generell bei geringerem Stickstoffangebot.
  • GERINGERE SAATSTÄRKEN sind möglich in milden Anbaulagen, bei optimalen Bestellbedingungen. Ebenso auf Trockenstandorten in Verbindung mit einer kräftigen Vorwinterentwicklung.

Welche Weizensorten sind spätsaattolerant (Abb.1)?

Die standortbezogen optimale Saatzeit gilt i.d.R. für alle Sorten. Dennoch gibt es Sorten, die Abweichungen vom optimalen Saattermin besser tolerieren und damit eine bessere Frühsaat- bzw. Spätsaattoleranz aufweisen. Als besonders spätsaattolerant haben sich PORTHUS, FAUSTUS, CHIRON und GENIUS erwiesen, sofern sie vor Vegetationsruhe möglichst den Bestockungsbeginn, mindestens jedoch das Dreiblattstadium erreichen. Abbildung 1 zeigt beispielhaft die Zusammenhänge zwischen der Vorwinterentwicklung, der korrespondierenden Saatzeit und den dazu gehörigen Saatzeiten. Diese gelten für mittlere Anbaubedingungen und sind regional anzupassen.

Die wertgeprüften Wechselweizen WeW® LENNOX oder Granus kommen als tagneutralere Formen mit einer kürzeren Vegetationszeit besser zurecht als reine Winterweizen. Der große Vorteil: Bei ungünstigen Bestellbedingungen im Herbst können diese Sorten flexibel bis April gedrillt werden.

Hybridweizen kann grundsätzlich auch später bestellt werden, dann jedoch mit höheren Saatstärken. Nach züchtereigenen Versuchen ist es auch möglich, diese über eine Zumischung passenden Liniensorten einzustellen. Optimales Mischungsverhältnis für Termine um Mitte Oktober: 150 Kö/m² Hybride + 100 Kö/m² Linie.

Dinkel- und Winterdurumsorten haben ein engeres Saatzeitoptimum als „normale“ Winterweizensorten. Hierzu geben die Sortenbeschreibungen sowie regionale Empfehlungen genauere Hinweise.


Roggen- und Triticalesorten für die Spätsaat

Hybridroggen und auch Triticale können in den Maisregionen Nord-, West- und Süddeutschlands problemlos bis Ende Oktober bestellt werden, bei guten Bestellbedingungen auch noch Anfang November.

Als herausragend saatzeittolerant ist dabei die sehr wüchsige Sorte SU PERFORMER anzusprechen, aber auch SU FORSETTI und SU COSSANI sind ausgesprochen spätsaattolerant.


Sortenspezische Unterschiede bei der Saatstärke

Weniger in Versuchen unter optimalen Anbaubedingungen, häufiger jedoch in der Praxis sind Sortenunterschiede im Hinblick auf die Saatstärke festzustellen. Dabei ist die Ertragsstruktur zu berücksichtigen, die photoperiodischen Reaktion, das Vernalisationsverhalten sowie die Standfestigkeit, Gesundheit und Winterhärte. Auch hierzu geben Sortenbeschreibungen Auskunft, noch standortangepasster die regionalen Beratungsinstitutionen und die Vertriebsberater der SAATEN-UNION.


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