KW 39: Stoppelmanagement – Nach der Ernte ist vor der Aussaat

Die diesjährige Maisernte befindet sich derzeit auf Hochtouren. Ein gutes Stoppelmanagement ist dabei essenziell, um Schädlinge wie den Maiszünsler oder aber den Krankheitsdruck in der Folgekultur zu minimieren. Daniel Ott, Produktmanager Mais, gibt im Folgenden hilfreiche Praxistipps zur Bearbeitung der Stoppeln und Bekämpfung des Maiszünslers.

Erntemanager Silomais

Erntemanager Silomais  

Bild links: Zünslerraupe direkt nach Schlupf (Größe ca. 2 mm), Bild rechts: Fraßtätigkeit vom Zünsler im Stängel (Größe ca. 25 – 30 mm)

Bild links: Zünslerraupe direkt nach Schlupf (…  


Bei den sommerlichen Temperaturen schreitet die Abreife der Maisbestände zügig voran. Während in der vorletzten Woche noch teilweise zu früh mit dem Häckseln begonnen wurde, sind nun mittelfrühe als auch mittelspäte Sorten im optimalen TS-Bereich zwischen 32 und 35 % und in einigen Regionen Süddeutschlands wurde bereits mit der Körnermaisernte begonnen.


Praxistipp 1:

Nutzen Sie unseren Erntemanager Silomais, um den optimalen Häckseltermin festzulegen: https://www.saaten-union.de/index.cfm/action/emsilomais.html

Nach oder im optimalen Fall schon während der Maisernte sollte der Fokus auf die Bearbeitung der Maisstoppeln gelegt werden. Stichworte sind hier: Eindämmung des Maiszünslers und Reduzierung von Fusarium in der Folgekultur!

Der Zünslerdruck ist auch in diesem Jahr recht hoch und in vielen Maisschlägen sind Raupen des Maiszünslers zu finden. Charakteristisch für den Maiszünsler sind der schwarze Kopf und der hell-gelbliche Körper.


Praxistipp 2:

Um den Befallsdruck gut einschätzen zu können, empfiehlt es sich, die Silo- und Körnermaisbestände vor der Ernte auf abgeknickte Pflanzen und Bohrlöcher hin zu untersuchen.


Praxistipp 3:

Der Maiszünsler kann auch biologisch bekämpft werden. Ein bekämpfungswürdiger Befall, etwa mit Trichogramma-Schlupfwespen, liegt bei über 30 Larven des Zünslers je 100 Maispflanzen.

Um die Bekämpfung des Zünslers zu optimieren, muss die Biologie beachtet werden: Die Larven überwintern im Stängelgrund. Hier muss daher frühzeitig angesetzt werden. Die Maisstoppeln sollten daher tief gehäckselt und nach der Ernte möglichst gut zerkleinert werden. Eine gute Wirksamkeit zeigen dabei Schlägelmulcher sowie Hammer- oder Kreiselschlägler. Ergänzend können diverse Walzen genutzt werden, die den Maisstoppel zusätzlich quetschen, schlitzen oder aufbrechen.

Um die Anzahl der Raupen deutlich zu reduzieren, sollten anschließend die Ernte- und Stoppelreste gründlich untergepflügt werden, denn den verbliebenen Larven fehlen im Frühjahr somit die Stoppelreste zur Verpuppung.


Auch im Hinblick auf die Folgefrucht Winterweizen ist eine wendende Bodenbearbeitung sinnvoll: Das Infektionsrisiko mit Fusarium wird durch den Pflugeinsatz nachhaltig reduziert. Wird das System der Minimalbodenbearbeitung durchgeführt, etwa um Wasser zu sparen oder um Erosionsgefahren zu minimieren, sollte das Schlägeln und Walzen der Ernterückstände so intensiv wie nur möglich erfolgen.

Die Kombination von Zerkleinerung der Maisstoppeln und Pflugeinsatz sollte die Vorgehensweise auch bei den umliegenden Maisflächen sein. Nur so kann der Zünslerbefall langfristig auf geringem Level gehalten werden.


Nach der (Mais) Ernte ist vor der (Mais) Aussaat: Informieren Sie sich auf unserer digitalen Sortenschau – hier finden Sie wichtige Informationen zu unseren Sorten und Kurzvideos mit Empfehlungen unserer Vertriebsberater.

Eine ertragreiche Maisernte wünscht Ihnen Daniel Ott, Produktmanager Mais


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